{"id":67219,"date":"2020-10-12T14:38:19","date_gmt":"2020-10-12T12:38:19","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.hellotax.com\/blog\/?page_id=67219"},"modified":"2020-10-12T14:38:25","modified_gmt":"2020-10-12T12:38:25","slug":"vereinnahmte-umsatzsteuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hellotax.com\/blog\/de\/vereinnahmte-umsatzsteuer\/","title":{"rendered":"Was ist die vereinnahmte Umsatzsteuer? Begriffsdefinition &#038; Anwendung"},"content":{"rendered":"\n<p>Als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer eines Unternehmens hantierst du f\u00fcr gew\u00f6hnlich monatlich mit vielen verschiedenen Eingangs- und Ausgangsrechnungen, wodurch verschiedene steuerliche Herausforderungen auf dich zukommen. Gerade die Umsatzsteuer ist ein Thema, das dauerhaft pr\u00e4sent ist und Aufmerksamkeit erfordert. Was verstehen wir unter vereinnahmter Umsatzsteuer und wie k\u00f6nnen wir dieses Wissen f\u00fcr uns nutzen?<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"536\" src=\"https:\/\/hellotax.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Umsatzsteuererkl\u00e4rung-Finanzamt-1024x536.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-67220\" srcset=\"https:\/\/hellotax.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Umsatzsteuererkl\u00e4rung-Finanzamt-1024x536.jpeg 1024w, https:\/\/hellotax.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Umsatzsteuererkl\u00e4rung-Finanzamt-300x157.jpeg 300w, https:\/\/hellotax.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Umsatzsteuererkl\u00e4rung-Finanzamt-768x402.jpeg 768w, https:\/\/hellotax.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Umsatzsteuererkl\u00e4rung-Finanzamt-1536x804.jpeg 1536w, https:\/\/hellotax.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Umsatzsteuererkl\u00e4rung-Finanzamt-2048x1072.jpeg 2048w, https:\/\/hellotax.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Umsatzsteuererkl\u00e4rung-Finanzamt-1200x628.jpeg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Begriffsdefinition: Was ist die vereinnahmte Umsatzsteuer?<\/h2>\n\n\n\n<p>Vereinnahmte Umsatzsteuer beschreibt letztlich genau das, was der Begriff schon sagt: Es handelt sich um die Umsatzsteuer, die wir einnehmen. Immer, wenn wir eine Rechnung schreiben und nicht von der Kleinunternehmerregelung oder dem <a href=\"https:\/\/hellotax.com\/blog\/de\/steuer\/reverse-charge-verfahren\/\">Reverse-Charge-Verfahren<\/a> Gebrauch machen, f\u00fcgen wir unserem Rechnungsbetrag 19% <a href=\"https:\/\/hellotax.com\/blog\/de\/steuer\/umsatzsteuer\/\">Umsatzsteuer<\/a> (im zweiten Halbjahr 2020 16%) hinzu.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Beispiel: Vereinnahmte Umsatzsteuer berechnen<\/h3>\n\n\n\n<p>Wenn unser Rechnungsbetrag eigentlich 100,- EUR ist, kommen weitere 19,- EUR (bzw. 16,- EUR) an Umsatzsteuer dazu. \u00dcberweist uns unser Kunde nun die 119,- EUR (bzw. 116,- EUR), sind die 19,- EUR (bzw. 16,- EUR) unsere vereinnahmte Umsatzsteuer. Die Rechnung ist einfach: Multipliziere den Rechnungsbetrag mit 1,19 (bzw. 1,16). Ziehe von dem Ergebnis nun den Rechnungsbetrag ab \u2013 \u00fcbrig bleibt die vereinnahmte Umsatzsteuer.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die vereinnahmte Umsatzsteuer kann allerdings von dem Umsatzsteuer-Betrag auf der Rechnung abweichen. \u00dcberweist dir ein Kunde z.B. aus Versehen 238,- EUR statt 119,- EUR und du \u00fcberweist ihm den Mehrbetrag nicht zur\u00fcck, entspricht die vereinnahmte Umsatzsteuer 19% (bzw. 16%) von dem \u00fcberwiesenen Betrag. Die vereinnahmte Umsatzsteuer bezieht sich demnach auf das tats\u00e4chlich eingenommene Geld.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vereinnahmte Entgelte: Ist-Besteuerung der Umsatzsteuer<\/h2>\n\n\n\n<p>Unternehmer, die j\u00e4hrlich bis zu 600.000,- EUR Umsatz machen, k\u00f6nnen eine Ist-Besteuerung beantragen und damit potentiell ihre Liquidit\u00e4t erh\u00f6hen. Grunds\u00e4tzlich arbeiten die Unternehmen aber mit einer Soll-Besteuerung. Das bedeutet: Stellst du eine Rechnung und weist darauf die Umsatzsteuer aus, musst du diesen diesen Betrag sofort bei der n\u00e4chsten Umsatzsteuerzahlung mit abf\u00fchren. Die Soll-Besteuerung geht davon aus, dass deine Umsatzsteuerzahlung f\u00e4llig ist, sobald du deine Leistung erf\u00fcllt hast \u2013 was der Fall ist, wenn du eine Rechnung dar\u00fcber schreibst.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ist-Besteuerung wiederum w\u00e4hlt einen anderen Ansatz: Hier ist die Umsatzsteuerzahlung erst n\u00f6tig, wenn dein Kunde dir den Betrag \u00fcberwiesen hat. Das kann f\u00fcr dich von Vorteil sein, denn deine Zahlung der Vorsteuer folgt immer der Soll-Besteuerung. Das bedeutet, du kannst deine Vorsteuer bei Eingangsrechnungen direkt geltend machen, bevor du sie \u00fcberhaupt \u00fcberwiesen hast, w\u00e4hrend du aber erst Umsatzsteuer zahlen musst, wenn dein Kunde \u00fcberwiesen hat. So kannst du deine Liquidit\u00e4t hoch halten, was gerade f\u00fcr junge Unternehmen sehr interessant sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ist-Besteuerung ist ebenso bekannt als Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten, da hier erst die Steuer abgef\u00fchrt werden muss, wenn das Geld eingenommen wurde. Im Kontrast dazu steht die Besteuerung nach vereinbarten Entgelten, die zum Tragen kommt, wenn mit Versand der Rechnung sozusagen vereinbart wurde, dass die Steuer f\u00e4llig wird, unabh\u00e4ngig davon, wann sie bezahlt bzw. eingenommen wird.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was ist der Unterschied zwischen vereinbarten und vereinnahmten Entgelten?<\/h3>\n\n\n\n<p>Vereinbarte und vereinnahmte Entgelte weisen auf den Unterschied von Soll- zu Ist-Besteuerung in Sachen Umsatzsteuer hin. Vereinbarte Entgelte meint die Umsatzsteuer, die in dem Monat oder Quartal f\u00e4llig wird, in dem die Rechnung gestellt wurde. Vereinnahmte Entgelte wiederum beziehen sich auf die Umsatzsteuer, die in dem Abrechnungszeitraum f\u00e4llig wird, in dem sie vom Rechnungsempf\u00e4nger bezahlt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Schreibst du am 20. M\u00e4rz eine Rechnung, musst du die Umsatzsteuer bei der Soll-Besteuerung noch f\u00fcr das erste Quartal des Jahres geltend machen, unabh\u00e4ngig davon, wann der Rechnungsempf\u00e4nger die Rechnung bezahlt. Zahlt er sie bspw. erst am 1. April, m\u00fcsstest die Umsatzsteuer bei der Ist-Besteuerung im zweiten Quartal des Jahres geltend machen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Voraussetzungen f\u00fcr die Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten<\/h2>\n\n\n\n<p>Wer die Ist-Besteuerung nutzen m\u00f6chte, muss daf\u00fcr gewisse Voraussetzungen erf\u00fcllen. Nicht jedes Unternehmen kann sie nutzen. Erf\u00fcllt ein Unternehmen die Voraussetzungen, muss es die Ist-Besteuerung beim Finanzamt beantragen. Wird kein Antrag gestellt, unterliegen Unternehmen immer der Soll-Besteuerung. Nach Stellen des Antrags muss das Finanzamt die Ist-Besteuerung konkret genehmigen. Solange es keine offizielle Genehmigung gibt, muss das Unternehmen weiter mit der Soll-Besteuerung arbeiten. Auch, wenn sie alle Voraussetzungen f\u00fcr die Ist-Besteuerung erf\u00fcllen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Folgende Gruppen d\u00fcrfen die Ist-Besteuerung beantragen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Unternehmen, die im letzten Gesch\u00e4ftsjahr einen geringen Gesamtumsatz als 600.000,- EUR aufzuweisen hatten<\/li><li>Unternehmen, die von der Buchf\u00fchrungspflicht befreit sind<\/li><li>Freiberufler<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Der Effekt der h\u00f6heren Liquidit\u00e4t kommt jedoch nicht h\u00e4ufig zum Tragen, weswegen der positive Effekt der Ist-Besteuerung nicht \u00fcberbewertet werden sollte. Die h\u00f6here Liquidit\u00e4t kommt schlie\u00dflich nur bei den Rechnungen zum Tragen, die kurz vor Ablauf des Abrechnungszeitraums der Umsatzsteuer gestellt werden. In der Regel umfasst der Abrechnungszeitraum ein Quartal, wodurch der Effekt nur viermal im Jahr sp\u00fcrbar ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vereinnahmte Umsatzsteuer in der Einnahmen-\u00dcberschuss-Rechnung<\/h2>\n\n\n\n<p>Unternehmen oder Freiberufler, die denselben Voraussetzungen wie denen f\u00fcr die Ist-Besteuerung unterliegen, k\u00f6nnen au\u00dferdem von der doppelten Buchf\u00fchrung absehen und stattdessen eine Einnahmen-\u00dcberschuss-Rechnung machen. Die Unternehmen, die im vergangenen Jahr max. 600.000,- EUR Gesamtumsatz hatten, d\u00fcrfen allerdings zus\u00e4tzlich nicht mehr als 60.000,- EUR Gewinn erwirtschaftet haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Um eine Einnahmen-\u00dcberschuss-Rechnung machen zu k\u00f6nnen, musst du \u2013 wenn du dazu berechtigt bist \u2013 alle deine Einnahmen und Ausgaben auff\u00fchren und gegen\u00fcberstellen. Was du an Einnahmen mehr hast als an Ausgaben, ist letztlich dein Einnahmen-\u00dcberschuss.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zu deinen Einnahmen z\u00e4hlen unter anderem:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Betriebseinnahmen<\/li><li>vereinnahmte Umsatzsteuer<\/li><li>Einnahmen durch den Verkauf von Anlageverm\u00f6gen<\/li><li>private Nutzung von Betriebseigentum, wie bspw. Firmenwagen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Zu deinen Ausgaben z\u00e4hlen wiederum unter anderem:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>bezogene Dienstleistungen<\/li><li>Kauf von Waren oder Rohstoffen<\/li><li>Geh\u00e4lter und L\u00f6hne<\/li><li>Miete<\/li><li>gezahlte Vorsteuer<\/li><li>Gewerbesteuer<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Die vereinnahmten Entgelte z\u00e4hlen dementsprechend bei der Einnahmen-\u00dcberschuss-Rechnung als Einnahme und werden den Ausgaben, wie bspw. der bereits bezahlten Vorsteuer, gegen\u00fcbergestellt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Umsatzsteuer auf unentgeltliche Wertabgaben<\/h3>\n\n\n\n<p>Nutzt du Gegenst\u00e4nde oder Dienstleistungen deines Unternehmens privat, liegt eine unentgeltliche Wertabgabe vor. Besonders h\u00e4ufig ist das der Fall, wenn z.B. der Firmenwagen privat genutzt wird. Diese Wertabgaben unterliegen der Umsatzsteuer und m\u00fcssen dementsprechend in der Einnahmen-\u00dcberschuss-Rechnung als Einnahme deklariert werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p>Gerade junge Unternehmen k\u00f6nnen davon profitieren, eine Ist-Besteuerung zu beantragen, um kurzfristig h\u00f6here Liquidit\u00e4t aufzuweisen. Daf\u00fcr m\u00fcssen sie nur die Voraussetzungen erf\u00fcllen, einen Antrag stellen und die Genehmigung durch das Finanzamt abwarten.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer eines Unternehmens hantierst du f\u00fcr gew\u00f6hnlich monatlich mit vielen verschiedenen Eingangs- und Ausgangsrechnungen, wodurch verschiedene steuerliche Herausforderungen auf dich zukommen. Gerade die Umsatzsteuer ist ein Thema, das dauerhaft pr\u00e4sent ist und Aufmerksamkeit erfordert. Was verstehen wir unter vereinnahmter Umsatzsteuer und wie k\u00f6nnen wir dieses Wissen f\u00fcr uns nutzen? 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